Eine Flaschenetikettiermaschine ist häufig der letzte sichtbare Prozessschritt, bevor das Produkt die Linie verlässt. Damit trägt sie wesentlich dazu bei, wie das fertige Produkt im Regal wahrgenommen wird. Etikettiermaschinen unterscheiden sich vor allem durch die Klebstofftechnologie – Kaltleim, Hotmelt und selbstklebend. Die Wahl beeinflusst Kosten, Geschwindigkeit und die Eignung für unterschiedliche Behälterformen und -materialien. Dieser Leitfaden erklärt die Funktionsweise der einzelnen Technologien und hilft bei der Auswahl.
Kaltleim-Etikettierung
Bei der Kaltleim-Etikettierung wird ein wasserbasierter Klebstoff auf vorgestanzte Etiketten aufgetragen, die aus einem Magazin zugeführt werden. Ein Erwärmen des Klebstoffs ist nicht erforderlich. Die laufenden Kosten liegen deutlich unter denen von Hotmelt- oder Selbstklebesystemen. Deshalb ist Kaltleim weiterhin eine Standardlösung für volumenstarke Produkte mit geringer Stückmarge, insbesondere bei Bier und anderen Getränken mit hohen Produktionsmengen. Dafür ist die Auswahl geeigneter Etikettenmaterialien etwas eingeschränkter, und der Prozess reagiert während der Applikation in der Regel empfindlicher auf Feuchtigkeit.
Hotmelt-Etikettierung
Die Hotmelt-Etikettierung verwendet festen Schmelzklebstoff, der vor dem Auftrag erwärmt wird – typischerweise auf 275–325 °F. Das Verfahren bietet eine starke Haftung und hohe Flexibilität auch bei hohen Liniengeschwindigkeiten. Hotmelt wird häufig gewählt, wenn eine schnelle, zuverlässige Verklebung auf unterschiedlichen Behälterformen wichtiger ist als die Minimierung der Klebstoffkosten pro Einheit.
Selbstklebeetikettierung (Pressure-Sensitive)
Bei der Selbstklebeetikettierung, auch Pressure-Sensitive-Labelling genannt, sind die Etiketten bereits mit Klebstoff beschichtet. Sie werden vom Trägermaterial abgelöst und direkt auf den Behälter aufgebracht – ohne Leimbehälter und ohne Erwärmung. Das vereinfacht den Wechsel zwischen Etikettendesigns und hält die Linie sauberer. Dafür sind die Etiketten selbst pro Stück teurer als bei Kaltleim oder Hotmelt, weil der Klebstoff bereits in das Etikettenmaterial integriert ist und nicht separat von der Maschine aufgetragen wird.
Die drei Verfahren im Vergleich
- Kaltleim: niedrigste Kosten pro Etikett, ideal für hohe Stückzahlen und geringe Margen; weniger flexibel bei Etikettenmaterialien.
- Hotmelt: starke Haftung bei hoher Geschwindigkeit, gut für unterschiedliche Behälterformen; mittlere Kosten.
- Selbstklebend: schnellster Formatwechsel, sauberster Betrieb, höchste Etikettenkosten pro Stück.
Als grobe Orientierung gilt: Sehr hohe Produktionsmengen sprechen häufig für Kaltleim wegen der niedrigeren laufenden Kosten. Linien mit häufig wechselnden Etikettendesigns oder kleineren Chargen über mehrere SKUs profitieren dagegen oft von Selbstklebeetiketten, weil der Wechsel schneller und der Betrieb sauberer ist. Hotmelt liegt häufig dazwischen und wird vor allem wegen seiner guten Haftleistung auf weniger standardisierten Behälterformen gewählt.
Mehr als nur die Klebstoffart: kombinierte Etikettierung
Produzenten mit mehreren Etikettenformaten – etwa einem mit Kaltleim aufgebrachten Hauptetikett und einem selbstklebenden Rückenetikett – können kombinierte Etikettiersysteme einsetzen, die mehrere Technologien in einer Station integrieren, statt separate Maschinen zu verwenden. Mit dem Trend zu mehrteiligen Flaschendesigns wird diese Lösung zunehmend relevant.
Etikettierzubehör und Linienintegration
Eine vollständige Etikettierstation umfasst typischerweise auch Etikettierzubehör wie Etikettensensoren, Ausschleussysteme und Orientierungseinrichtungen, damit die Applikation auch bei Produktionsgeschwindigkeit konstant bleibt. AXTRA entwickelt modulare Etikettierstationen, die auf Klebstofftechnologie, Behälterform und Produktionsvolumen abgestimmt sind. Kontaktieren Sie AXTRA, um die passende Etikettiertechnik für Ihre Linie zu besprechen.
Hintergrundinformationen zu den genannten Klebstofftechnologien finden Sie im Wikipedia-Artikel zu Klebstoffen.